Chronik
für das Jahr 1935
id2335aus: Salzburger Volksblatt, 11. Februar 1935

id2336
Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 8. Mai 1935
Tod durch Blitzschlag. Tannheim, 6. Mai. Heute nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr ging ein heftiges Gewitter, von ganz wenig Regen begleitet, über unser Tal. Viele Leute waren bei der Feldarbeit. Die beiden Bauernsöhne Hans Linder und Otto Koch führten Dünger auf die Felder hinter der Fraktion Kienzen und waren gerade daran, den Dünger vom Wagen „abzuziehen". Während ersterer das Pferd führte, war Otto Koch mit Abladen beschäftigt. Plötzlich ein greller Schein — ein scharfer Knall und der erst 24jährige, vorher kerngesunde Bursche lag tot neben dem schreckensbleichen Freunde. Der zur Unglücksstelle eilende Gemeindearzt konnte nur mehr den bereits eingetretenen Tod feststellen.
id885
Bundeskanzler Dr. Schuschnigg besucht das Außerfern, wo er begeistert empfangen wird und er mehrere Orte des 'Notstandsgebiets' besucht
id2334
Der 12jährige Bäckersohn Johann Schütz überquert am 15. August die Hauptstraße in Reutte, als er vom Postkraftwagen erfasst und zu Boden geschleudert wird - er bleibt mit einem Genickbruch tot liegen
id2337
Die Stunde vom 28. August 1935
Der Mord bei Reutte
"Wie die "Stunde" gestern als erstes Blatt ausführlich berichten konnte, hat sich in der Nähe der bayrisch-österreichischen Grenze [Pflach] ein geheimnisvoller Mord zugetragen, dem ein 22jähriger Arbeitsloser namens Leikermoser zum Opfer gefallen ist. Wie nun die Feststellungen der Innsbrucker Staatspolizei ergeben haben, hatte Leikermoser vergangenen Freitag in der Wohnung eines Innsbrucker Zuckerbäckers in der Mentelgasse Obdach gefunden und war Samstag gegen halb 9 Uhr abends von zwei Burschen, die sich für Kriminalbeamte ausgegeben hatten, aufgesucht worden. Die zwei Fremden hatten Leikermoser offenbar noch im Hause des Zuckerbäckers mit Chloroform betäubt und ihn dann in einem Auto entführt.
Den polizeilichen Feststellungen zufolge scheint Leikermoser an der überstarken Chloroformdosis gestorben zu sein. Seine Leiche war bekanntlich gefesselt und nur mit Hose und Schuhen bekleidet. Das Bezirkspolizeikommissariat Innsbruck führte noch im Laufe der folgenden Nacht die erforderlichen Erhebungen durch und stellte fest, daß zwei der Täter, und zwar der Teppichhändler Erwin Reindl ehemals Bettelheim und der Tapezierer Engelbert Tusch unmittelbar nach der Tat nach Deutschland geflüchtet sind.
Wegen Verdachtes der Vorschubleistung wurden in Innsbruck zwei Personen, und
zwar ein Ingenieur und ein Techniker verhaftet."