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Ein See im Lermooser Becken

Der Plan aus den Moosgründen einen See zu bilden

Aus: Außferner Bote vom 7. Sept. 1940

Aus der Geschichte von Lermoos


Ein alter Plan, aus den Moosgründen im Lermooser Becken einen See zu bilden.

moos, see, lermoos
aus dem Moos sollte ein See gemacht werden

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auf dem Tummebichl sollte ein Schloss gebaut werden
Es war um Jahre 1577, als Erzherzog Ferdinand von Tirol durch die Gegend von Lermoos reiste und die Idee faßte, das Loisach-Moos, das in uralter Zeit ein See gewesen war, wieder in einen solchen zu verwandeln. Auf einer Anhöhe in der Mitte desselben, genannt der "Dumenbüchel", sollte ein landesfürstliches Schloß erbaut werden, Der Erzherzog sandte zu diesem Zweck seinen Deichmeister Mattheis an Ort und Stelle, welcher nach Besichtigung den Vorschlag machte, beim Ausfluß der Loisach aus dem Moose einen großen Damm aufführen zu lassen, wodurch sich nach und ach ein See gebildet hätte, welcher der Fischzucht und der Versorgung des Innsbrucker Hofes mit Fischen dienen sollte. Den vielen Besitzern des Mooses, das teils Gemeindeweide, teils Privateigentum war, wurde für den Schaden durch den Entgang des Heues eine entsprechende Entschädigung in Aussicht gestellt. Trotzdem waren aber die drei Gemeinden Erwald, Lermoos und Biberwier mit diesem sonderbaren Projekt nicht einverstanden. Sie verfaßten am 22. Oktober 1577 ein Bittschreiben an den Erzherzog mit der Erklärung, sie seien arm an Gütern, sodaß sie ohne diese Gründe nicht mehr bestehen könnten; auch der Verlust der Weide sei für sie unersetzlich, dies um so mehr, da die rauhe Gegend weder Obst noch Wintergetreide liefere und jetzt schon die hiesige Einwohnerschaft bei weitem nicht mehr ernähren könne. Weiter wurde in diesem Bittgesuch ausgeführt, daß nach Entstehung des See´s noch weit ärger Nebel, Kälte und Reif diese Gegend drücken und dadurch deren Unfruchtbarkeit noch vergrößert würde; auch seien diese Güter der Landsteuer unterworfen, müssen nach dem Schloß Ernberg Geld und Hafer liefern und seien sonst noch mit Holzlieferung, Roboten und anderen Dienstbarkeiten beschwert; die Bauern hätten auch bereis viele Mühe auf die Verbesserung des Bodens verwendet, um ihr Vieh füttern zu können, endlich wäre zu befürchten, daß einst dieser neuangelegte See ausbrechen und unermeßlichen Schaden anrichten könnte. Auf die eindringliche Bitte der genannten drei Gemeinden, die Anlage des See´s einzustellen, entschloß sich Erzherzog Ferdinand, sein Projekt fallen zu lassen.

In dem Lermooser Becken befindet sich das größte Moos in Nordtirol, davon hat auch die Gegend und die Siedlung ihren Namen erhalten. "Larinmos" wird bereits um das Jahr 1020 erwähnt. Das Moos entstand durch die teilweise Einsickerung der Quellbäche der Loisach. Das Moos lieferte viel und gutes Pferdeheu. Im 18. Jahrhundert wurde die Entwässerung des Mooses ins Auge gefaßt, es wurde damit aber erst im Jahre 1859 begonnen, die Arbeiten wurden wegen Ausgehens der Geldmittel ohne richtigen Erfolg im Jahre 1865 wieder eingestellt. Im Jahre 1884 griff der Tiroler Landtag die Sache wieder auf und 1884 bis 1893 wurde die Entwässerung durch Vertiefung des Bettes der Loisach und durch Anlage zahlreicher Seitengräben durchgeführt und etwa 300 Hektar Kulturland gewonnen.

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