Berge & Hütten » Allgäuer Alpen » SaldeinerspitzeSaldeinerspitze (2036m)



Allgäuer Alpen
Charakter: anspruchsvolles Alpinwandern
T5Talort: Vorderhornbach
Wege und Pfade
Tourenbericht vom 24. Aug. 2006
Nach dem Abstieg von der
Grubachspitze in das Sattele ging es an die Besteigung der Saldeinerspitze. Bei dem Versuch auf den Westgrat der Saldeinerspitze über eine Latschengasse zu gelangen bin ich zunächst gescheitert. Etwas links des Sattele versuchte ich über eine (scheinbar) ausgeholzte Gasse hinauf zu kommen. Ebenfalls vergeblich! Immer wieder im Dickicht hängenbleibend verwarf ich dieses Vorhaben und besann mich der langgezogenen Geröllrinne südlich des Westgrates. Also wieder zurück hinunter ins Sattele und hinab zu der auffälligen Rinne.
Zunächst immer an der Abbruchkante der Rinne aufsteigend, drängten mich die Latschen nun zusehends ins Innere der Rinne. So kämpfte ich mich Meter für Meter durch das teils sehr feine Geröll und es war wie ein Waten durch eine zähflüssige Masse. Zudem wurde die Rinne immer steiler und ich konnte die Stöcke nun endgültig wegpacken und durch das ausgewaschene Bett der Rinne über einige sehr brüchige Felsrippen emporklettern. Mir fiel dann gleich wieder der Ausspruch von Much, "Alice im Wunderland" ein - alles was man anfasste zerbrach oder war alles andere als vertrauenswürdig.
Vorsichtig nahm ich so Stufe um Stufe und bald konnte ich den Aufstieg über steiles, aber normal gangbares Gelände fortsetzen. Immer wieder hangelte ich mich an ein paar Latschen, die mir helfend ihre "Hände" reichten, nach oben und gelangte dann endlich auf den Westgrat der Saldeinerspitze. Doch was war das? An einem Felsblock weiter westlich konnte ich eindeutig eine Markierung ausmachen! Sollte hier herauf etwa tatsächlich ein Weg führen?
Vorerst machte ich mich daran über den Grat hinüber zum Gipfel der Saldeinerspitze zu gelangen. Über teils brüchiges Geschröf und dann wieder einem ganz kleinen Steiglein geht es in ein paar Minuten zu dem Markierungsrohr. Daneben steht ein etwas mickriger Zaunpfahl, der vielleicht einmal als Gipfelkreuz-Ersatz gedient haben mag. Allerdings ein wirklich dürftiges Kreuz, falls dem tatsächlich so sein sollte. Nordwestlich ist das Schwarzwassertal in seiner gesamten Länge einsehbar und ich kann auch das Dach der Eibleshütte erkennen.
Beim Stöbern im Gipfelbuch stelle ich fest, dass ich der 10. Besucher dies Jahr bin. Einen Eintrag von Egon aus dem Jahr 2005 kann ich auch entdecken und scheinbar hat er die selbe Aufstiegsroute wie ich gewählt, ebenfalls die steile Schuttrinne. Nun aber wieder weiter, da es schon spät ist. Bin ich doch erst um etwa 13 Uhr von Vorderhornbach los und die Versuche einen Weg über den Westgrat der Saldeinerspitze zu finden hatten ebenfalls eine Menge Zeit gekostet, es war mittlerweile schon nach 18 Uhr.
Zurück über den Grat möchte ich mir die Markierung einmal genauer ansehen, denn die Vorstellung wieder über diese steile, brüchige Rinne hinunterklettern zu müssen behagt mir nicht so wirklich. Also verfolge ich die Spur, welche von der Markierung wegführt und entdecke tatsächlich wieder Markierungen. Immer begleitet von einem "Hauch" von Steig... den man eigentlich nur mit sehr viel Fantasie so nennen kann. Trotzdem ist der Abstieg wesentlich angenehmer, als er es vermutlich in der Rinne gewesen wäre. Über viele kleine Serpentinen geht es einige Meter nach unten, dann führt der Pfad über eine abschüssige, etwas breitere Rinne unter ein paar Schrofen hindurch hinauf auf die Kante des Westgratfortsatzes.
Bei längerer Trockenheit dürfte das eine etwas haarige Angelegenheit sein, wenn der Boden hart ist und man keine sauberen Tritte schlagen kann. Da aber in letzter Zeit doch einige Regenfälle für einen weicheren Untergrund gesorgt hatten, war es auch kein allzu großes Problem dort hinüber zu kommen. Man muss halt konzentriert sein! An der Kante angelangt wird es wieder einfacher und vorbei an ein paar Felstürmen führt der Pfad steil durch eine ausgeholzte Latschengasse in Richtung Sattele hinab. Tatsächlich war ich nur einige Meter von der richtigen Latschengasse bei meinen ersten Aufstiegsversuchen gescheitert. Vom Sattele aus gesehen kommt die richtige Gasse rechts herunter und ich versuchte mein Glück knapp links des Sattele.
In der Senke unterhalb des Sattele angekommen begutachtete ich das Gelände und stellte fest, dass man ohne Ortskenntnis so gut wie keine Chance hätte diesen "Einstieg" zu finden. Darüber hinaus möchte ich bemerken, dass eine Besteigung der Saldeinerspitze wirklich nur von erfahrenen Berglern durchgeführt werden sollte, schon allein wegen der Steilheit und der Unübersichtlichkeit des Geländes und der Brüchigkeit des Felses an diesem Berg. Von der nötigen Orientierungsgabe und der nötigen Schwindelfreiheit und Trittsicherheit einmal abgesehen, die man ja dann auch noch braucht.
Von dem kleinen Tal aus führt bald eine halbwegs ausgeprägte Spur nach rechts den Hang hinauf und schon ist man wieder auf dem markierten Steig, welcher durch zwei kleine Tälchen zu der Wegverzweigung führt und im weiteren Verlauf zurück hinunter nach Vorderhornbach.
Erweiterungsmöglichkeiten
Grubachspitze
HaldenspitzechatKommentare
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