Chronik
für das Jahr 1897
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Anfang März wird in Ehrwald ein allzu junges Leben ausgelöscht - ein Neugeborenes wird von der Mutter erstickt - aus Scham und Verzweiflung. Sie wickelt den kleinen Leichnam in ein Tuch, versteckt es zunächst in der Kammer, legt es Tage später dann aber in einem Winkel des Ehrwalder Friedhofs ab
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Von der Marktgemeinde Reutte wird im Ammerwald ein Alpengasthof errichtet
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In einer Zeitungsmeldung berichtet man über "den ungünstigen Zustand des Gerichtsarchives von Lech-Aschau (Lechaschau) aufmerksam". Die Archivalien würden schutzlos auf dem Boden verstreut herumliegen und man befürchte den Verderb bzw. die Entwendung derselben. Man beschloss daraufhin, die Archivalien in dem Archiv des Bezirksgerichtes Reutte unterzubringen. Letztlich werden die Akten und Dokumente jedoch durch den Konservator und Universitätsprofessor Dr. Emil von Ottenthal in das k.k. Statthalterei-Archiv in Innsbruck verbracht
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In Reutte wird das alte Schulhaus abgebrochen und größer wieder neu errichtet
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In Ehrwald wird am 6. Juli eine Telegraphenstation eingerichtet
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Innsbrucker Nachrichten vom 30. Juli 1897
Im Ammerwald bei Reutte (Neidernach) wurde kürzlich (27. Juli 1897) der 34 Jahre alte Rupert Schmid von Lech-Aschau (Lechaschau) beim Fällen eines Baumes so unglücklich vom Stamm am Kopf getroffen, dass er nach wenigen Stunden verstarb. id2389
Hochwasser im Allgäu und dem Außerfern im September mit teils großen Verwüstungen (Illertal)
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Die Flexenstrasse wird eröffnet
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Ein Erdbeben wird am 18. September vom Nordwesten Tirols (Außerfern) bis in das Vorarlberger Montafon verzeichnet
id2391Knapp unterhalb des Gipfels der
Zugspitze wird am 19. September das Münchner Haus feierlich eröffnet
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Innsbrucker Nachrichten vom 28. Sep. 1897
Nach wiederholtem nebeligen Brüten der letzten Woche erhob sich Sonntag den 19. des Abends ein furchtbarer Schneesturm vom Arlberg her über seine Thäler, der nicht so bald seinesgleichen fand. Die größte Heftigkeit herrschte wohl im Stanzertal, denn in wenigen Stunden war die ganze Thalsole bis gegen Wiesberg in Schnee gehüllt. Am andern Tage erfolgte die Heimkehr sämtlichen Alpengroßviehs; brüllend und frierend kamen an diesem Tage circa 3000 Stück Rindvieh aus den Nebentälern: Moosthal, Verwall, Maroi, Malfon, Almajur, Kaisers und Alperschon durch das Rosannathal in ihre Winterställe.