Chronik
für das Jahr 1938
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Am 25. Januar sind wie in ganz Mitteleuropa Polarlichter am Himmel über dem Außerfern zu sehen
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Um den 28. Jänner fegt ein schwerer Sturm über das Ober- und Ostallgäu hinweg. Auch im Außerfern werden einige Sturmschäden gemeldet
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Am 17. Februar gehen schwere Schneefälle über dem Außerfern nieder. Das Tannheimer Tal ist für mehrere Tage nicht erreichbar
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Am 13. März wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen
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Im Raum Reutte und Breitenwang rotten sich nach 'dem Anschluss' die radikalisierten Nationalsozialisten zusammen und begehen eine Pogromnacht. Es kommt dabei zu ersten Gewalttaten gegen jüdische Mitbürger
id2134Pfrontener Nachrichten - Der Falkenstein vom 17. März 1938
Die neuen leitenden Männer des Bezirkes Reutte
Der Gauleiter der NSDAP und Landeshauptmann von Tirol Edmund Christoph hat den bisherigen volkspolitischen Referenten des Bezirkes Reutte, Ing. Karl Schretter, zum Bezirkshauptmann ernannt. Die Amtsgeschäfte des Herrn Bezirkshauptmannes führen z. Zt. die Parteigenossen Dr. Hermann Tschiderer, Rechtsanwalt, Dr. Eduard Storf, Beamter beim EW Reutte. Das Bürgermeisteramt wurde Herrn Emanuel Turri übergeben.
Bezirksbauernführer wurde Gastwirt Schlichther von Pinswang. Die Ortsbauernführer wurden in den meisten Gemeinden enthoben. Die Neubestellungen werden in nächster Zeit durch den Landesbauernführer genehmigt.
Umbenennung der Dollfußstraße und des Lindenplatzes
Am Donnerstag abends findet in Reutte ein großer Aufmarsch der HJ statt. Im Rahmen dieser Feier wird die bisherige Dollfußstraße in Horst-Wessel-Straße und der Lindenplatz in Adolf Hitler-Platz umbenannt."
Bemerkenswert bei den in dem Blatt nach Gemeindeergebnissen aufgeschlüsselten Wahlergebnissen ist der Umstand, dass die Wähler der Gemeinde Schattwald die "größte Front gegen den Führer" bildete. Knapp 5% der Wähler dieser Gemeinde hatten mit "Nein" gestimmt, andere Gemeinden lagen mit Werten zwischen 0 und maximal einem Prozent weit dahinter. id2140aus: Innsbrucker Nachrichten, 28. März 1938
Die stillgelegten Bergbaubetriebe wecken neue Hoffnungen auf Gewinne

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Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'
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Mitte Juni gehen starke Unwetter über dem Außerfern nieder. Das Lechtal ist für einige Tage nicht erreichbar, wird dann aber mit Hilfe einer Notbrücke wieder für den Verkehr zugänglich gemacht. Das Schwarzwassertal bleibt hingegen für längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Etwa 600 Stück Rinder und mehr als 1000 Schafe sind von der Hochwasserkatastrophe betroffen
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Die Straße von Reutte durch das Lechtal bis nach Steeg wird entstaubt (asphaltiert)
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Das Schulhaus von Kaisers wird am 22. Juni von einem Blitz getroffen, woraufhin das Gebäude Feuer fängt und schließlich gänzlich vernichtet wird
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Am 9. September stürzen Gustav Lechleitner und Josef Böhm bei einer Bergtour auf den Großen Wilden ab - sie werden zwei Tage später im Zuge einer schwierigen Bergung als Leichen ins Tal geholt