Steeg, Dickenau, Ebene, Grube, Hinterellenbogen, Welzau, Prenten, Gehren, Lechleiten, Hägerau, Walchen

die Lechtaler Gemeinde Steeg
Funde
Im Krabachtal, Bereich Wildebenealpe, wurde eine eiserne Gewandfibel - vermutlich vorgeschichtlicher Zeitstellung - gefunden.
Besiedelung
Auch Steeg wurde sehr wahrscheinlich über die Jöcher aus dem Stanzertal besiedelt. Bereits 1315, also noch vor Steeg selbst, erfährt der heute zu Steeg gehörende Ortsteil Hägerau als 'Heugernauwe' seine erste urkundliche Erwähnung. Die weiter westlich im Bereich des Tannberges taleinwärts gelegenen Weiler Gehren und Lechleiten gehen auf eine Siedlungstätigkeit der Walser zurück, welche von den Herren von Rettenberg für ihre schwierige Aufgabe der Urbarmachung des kargen Bodens mit einigen außerordentlichen Rechten als Anreiz ausgestattet wurden.
Kirchengeschichte
Eine Oswaldkapelle ist bereits um 1550 bekannt. 1632 wird der Bau neu ausgeführt und zu einer Kirche mit wesentlich größeren Abmessungen ausgestaltet. 1687 erhält Steeg dann erstmals einen eigenen Kaplan. 1714 wird die Kirche umgebaut und schon 1732 kommt es zu einer weiteren Vergrößerung des Gotteshaues. Nach letztgenannter baulichen Tätigkeit wird auch die Weihe der Kirche vollzogen.
Der nächste Umbau erfolgt 1787 und 1969 kommt es zu umfassenden Restaurierungs- und Erweiterungsarbeiten.
Die den
Pestheiligen Sebastian und Rochus geweihte Kirche von Hägerau stammt aus dem Jahr 1729.
Bierbrauerei in Lechleiten
Etwa um die Zeit von 1890 bis mindestens 1900 soll es in Lechleiten einen Bierbrauer gegeben haben, welcher das Bier an Ort und Stelle braute. Nach Aussagen einiger Zeitzeugen, wird das Bier als 'sehr gut' bewertet.
Wege und Straßenbau

Sechsjährige ertrinkt im Lech (1931)

Tödlicher Sturz vom Schneepflug (1939)
Noch bis in das späte 19. Jahrhundert sind die Steeger Weiler Lechleiten und Gehren nur über einen schmalen Saumweg erreichbar. Ein gleichwertiger Saumpfad gelangt vom benachbarten Allgäu durch das Rappenalpental kommend über den Schrofenpass in das Steeger Gemeindegebiet. In späterer Zeit wird sogar über die Anlage einer Fahrstraße entlang dieser Route nachgedacht, jedoch werden diese Pläne bald wieder verworfen. Erst ab Juni 1906 wird mit dem Bau der sogenannten Konkurrenzstraße begonnen, welche von Steeg bis an die Vorarlberger Landesgrenze reichen soll. Während die Bauarbeiten auf Vorarlberger Seite recht zügig voranschreiten, ist man auf der Außerferner Seite mit dem Fortgang der baulichen Tätigkeiten weniger zufrieden. In einem Zeitungsartikel vom 5. Juli 1906 wird dazu geschrieben:
"...auf der Tiroler Seite geht's sehr langsam zu. Die Vorarlberger sind mit ihrer Flexenstraße bis an die Landesgrenze in längstens zwei Monaten fertig und bei uns wurde erst jetzt mit einigen Kroaten angefangen..."
Die schon zu Beginn aufkeimenden Bedenken des Artikelschreibers werden letztlich von der Tatsache gerechtfertigt, dass die Einweihungsfeier erst Anfang Oktober im Jahr 1909 statt fanden.
Tourismus
Durch die Nähe zu den Liftanlagen in Warth profitiert Steeg in den Wintermonaten von der Nachbargemeinde auf Vorarlberger Gebiet. In den Sommermonaten hingegen etabliert sich - wie in fast allen anderen Lechtaler Gemeinden auch - der
Lechweg zu einem Besuchermagneten. Vor allem die Etappen vom Formarinsee bis hinab nach Holzgau - also auch und vor allem das Gebiet von Steeg betreffend - gelten als die Schönsten des gesamten Themenweges.
Bilder




