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Das Wild als Opfer der Kälte (1929)

Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 13. Feb. 1929
hirsch, winter
Die andauernde Kälte vernichtet heuer völlig den Wildstand, der ohnehin in der Nachkriegszeit durch die Wilderer stark gelichtet wurde. Zahlreiche verendete Hirsche, Rehe und Gemsen werden angetroffen und die Fütterung nützt nichts.

Im Hofe des Gasthofes Weißhaus fand man ein verhungertes Reh. Grenzbeamte stießen auf einen ganz entkräfteten Hirschen, brachten ihn ins Zollgebäude und versuchten ihn am Leben zu erhalten, aber vergebens. Im oberen Lechtale schätzt man die Zahl der an Kälte und Hunger zugrunde gegangenen Hirsche auf mindestens fünf Dutzend. — Auch sonst bringt die Kälte nicht unbedeutende Störungen mit sich, insbesondere bei Licht- und Fernleitungen.

Sogar der Bahnbetrieb Reutte—Innsbruck ist gefährdet, ebenso die Wasserversorgung. Viele Brunnen und Leitungen sind eingefroren.



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