Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek (Lizenz)
erste urkundliche Erwähnung: 1278 - Wengelin
Fläche: 9,34km²
Höhe: 882m
Ortsteile: Wängle, Winkl, Holz, Hinterbichl, Niederwängle

Wappen
Das 1976 verliehene Gemeindewappen zeigt den Kirchenpatron und erinnert an die Bedeutung als früherer kirchlicher Mittelpunkt des Gerichtskreises Aschau.
Erste Ansiedlung
Wängle entstand seinem Namen nach wohl als eine der ältesten Ansiedlung des Bezirkes auf einer baumlosen Fläche im westlichen Teil des Reuttener Beckens auf dem Schwemmkegel des Leinbachs. Als Mutterpfarre der Aschau kamen die Kirchgänger aus allen innerhalb des gleichnamigen Gerichts gelegenen Gemeinden bis zu deren eigenen lokalen Kirchengründungen hierher zum Gottesdienst - den weitesten Weg hatten dabei jene Leute von
Vorderhornbach.
Bis zum Jahr 1609 war diese
"provincia aschowe" im Besitz des Stifts St. Mang bei Füssen.
Kirchengeschichte

Gasthaus Amann (1930)

Blick über Wängle hinab nach Reutte (Tauern)
Die St. Martins-Kirche wurde sehr früh vom Stift St. Mang in Füssen gegründet. Bereits 1218 wird sie als solche in einem Schreiben des Klosters genannt [
1].
Einen indirekten Hinweis auf das hohe Alter der Wängler Pfarrkirche gibt auch die Sage wieder. Ähnlich einer der ältesten Kirchen im Allgäu, nämlich jener bei Gestratz, wird nach der Volksmeinung gleichlautend überliefert, dass man die Pfarrkirche einmal an einen neuen Ort habe verlegen wollen. Aber alles was man an Baustoffen tagsüber zum neuen Kirchplatz gebracht habe, sei über Nacht von unsichtbaren Händen wieder zum alten Kirchplatz getragen worden.
Diese sagenhaften "Wandelkirchen" stammen nach der allgemeinen Auffassung - etwa aus dem 19. Jahrhundert - aus der Zeit, da das
"sinkende Heidentum mit dem vordringenden Christentum noch im Kampfe lag." [
2]
Exklave
Eine Besonderheit bildet das Dorf Hinterbichl, eine im Gemeindegebiet von
Lechaschau liegende Exklave von Wängle.
Muren
Ein Murenabgang aus dem Hirschbachtobel heraus richtete 1967 in den Weilern Winkl/Holz große Schäden an, wobei ein Haus komplett zerstört wurde.
Lawinen
Am 16. Februar 1829 reißt eine Lawine im Leimbachtal am sogenannten Hanse Brand fünf Männer mit sich. Vier von ihnen finden dabei den Tod, der einzige Überlebende verdankt sein Davonkommen jenem Umstand, dass er an einem Ahornbaum hängen geblieben war.
Bilder





Einzelnachweise
1. Der alte Bezirk Reutte (S.152)
2. Geschichte des Allgäus (Band 1; S. 101)